Adler
Donau Jochenstein
Proliferative Darkening Syndrom PDF Drucken
Untersuchungen der Auslöser des Krankheitsbildes "Schwarze Bachforelle"

„Schwarze“ Bachforellen werden hauptsächlich im Spätsommer und Herbst während der Niedrigwasserphasen beobachtet. Die betroffenen Bachforellen stellen die Futteraufnahme ein, weisen stark verminderte Schwimm- und Fluchtbewegungen auf und die charakteristische Schwarzfärbung. Dieses Phänomen wird als Proliferative Darkening Syndrom (PDS) bezeichnet. Die betroffenen Gewässer sind voralpine Flüsse in der Schweiz, in Bayern und in Österreich (Born und Schwaiger 2003). Sie sind typische Salmonidengewässer und bieten grundsätzlich gute Bedingungen für Bachforellen. In Österreich wurde das Auftreten von Schwarzen Bachforellen unter anderem in der Traun, Ager und Trattnach festgestellt. Starkes Auftreten wurde insbesondere im Salzkammergut im Seenbereich (Fließgewässer flussab der Seen) und in der Trattnach verzeichnet. Die betroffenen Flüsse wiesen einen hohen pH-Wert auf und die langsam verendenden Tiere wurden nach Berichten von Angelfischern meist unterhalb von Kläranlagen festgestellt. Das Bachforellensterben findet sowohl in Besatzstrecken als auch in reproduktiven Beständen statt. Aus Fischzuchtanlagen ist dagegen bisher kein Fall bekannt.

Die Bachforellen mit PDS sterben an einer Septikämie (Blutvergiftung), verursacht durch Pseudomonas gessardi und Mycoplana bullata. Es wird allerdings vermutet, dass die Bakterien, die diese Septikämie bedingen,  durch die funktionale Unterdrückung des Immunsystems der Bachforelle hervorgerufen wird. Die primäre Ursache der Unterdrückung des Immunsystems ist derzeit nicht bekannt. Es könnte vermutet werden, dass Schadstoffe, die Kläranlagen passieren, wie etwa Antibiotika, Rückstände von Wasch- und Putzmitteln, oder endokrin aktive Substanzen (Gans et al. 2002, Hohenblum et al. 2003) der primäre Auslöser des Phänomens „Schwarze“ Bachforelle oder zumindest daran beteiligt sind.

Exakte Kenntnisse über die PDS auslösenden Faktoren und Übertragungswege sind dringend notwendig. Erst diese Daten ermöglichen es, entweder eine Therapie gegen PDS zu entwickeln oder die möglichen PDS verursachenden Schadstoffe oder Umweltgifte einzugrenzen.

Ziel dieses Projektes ist es daher exakte Kenntnisse über die PDS auslösenden Faktoren und Übertragungswege zu erlangen. Erst diese Daten ermöglichen es, entweder eine Therapie gegen PDS zu entwickeln oder die möglichen PDS verursachenden Schadstoffe oder Umweltgifte einzugrenzen.

 
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