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Joint Danube Survey 2 PDF Drucken

Der „Joint Danube Survey 2“, kurz „JDS 2“, ist die 2. gemeinsame Messfahrt entlang der gesamten schiffbaren Donau von Kehlheim bis ins Schwarze Meer und damit die weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition im Jahr 2007.

Hauptziel dieser Unternehmung ist die Gewinnung vergleichbarer Daten über den ökologischen Zustand und das Ausmaß der Gewässerverschmutzung und der Verbauungen entlang der gesamten Donau und ihrer großen Zuflüsse. Damit knüpft diese Expedition an die 2001 durchgeführte erste derartige Donau-Messfahrt an und ermöglicht den direkten Vergleich der Ergebnisse in der Zeitreihe. Diese Ergebnisse dienen zur Evaluierung der begonnenen Arbeit der beteiligten Staaten, ihrer Verpflichtung zum Schutz der Donau nachzukommen, sowie die Bestimmungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie – der wohl strengsten Rechtsvorschrift im Gewässerschutz weltweit – zu erfüllen.

Der JDS 2 wurde wiederum von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD; www.icpdr.org) koordiniert und von allen Donauanrainerstaaten von Deutschland bis zur Ukraine  unterstützt.  Das Bundesamt für Wasserwirtschaft der Republik Österreich (BAW) finanzierte dabei die Untersuchung beinahe aller die Tier- und Pflanzenwelt betreffenden Parameter. Es beteiligt sich weiters an den sonstigen Forschungs-, Organisations- wie auch Berichtlegungsausgaben der IKSD in erheblichem Ausmaß. Das Lebensministerium sponsort darüber hinaus direkt spezielle Analysen von organischen Schadstoffen, wie auch die nationalen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Messfahrt.

Die Expedition fand über einen Zeitraum von 7 Wochen von 14. August bis 28. September 2007 auf einer Gewässerstrecke von 2.400 km von Kelheim (D) bis Tulcea in Rumänien statt.
Der Schiffskonvoi bestand aus 3 Schiffen, die von verschiedenen Ländern und Institutionen bereitgestellt wurden. Die serbische Argus war das Untersuchungs- und Laborschiff, der ungarische Eisbrecher Szechenyi diente als Versorgungsschiff und als Unterkunft für das Expeditionsteam und die Vienna 115 wurde von der gemeinsamen Forschungsstelle der EU (Joint Research Center, JRC) den Fischökologen zur Verfügung gestellt. 

Eine gemeinsame Fischbestandsaufnahme im Rahmen dieser Donauexpedition stellt eine große Herausforderung dar, sowohl im Hinblick auf organisatorische Belange, als auch in Bezug auf die methodische Durchführung.

An insgesamt 45 ausgewählten JDS 2-Probestellen wurden in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen nationalen Team Fischbestandserhebungen durchgeführt. Dabei beschränkte man sich auf Elektrobefischungen und, abhängig von der Sohlstruktur, treibende Spiegelnetze. Für jede der 45 Probestrecken konnte maximal ein Tag aufgewendet werden – mehr ließ der straffe Zeitplan des JDS 2 nicht zu. Ergänzende Befischungen an insgesamt 21 Stellen an größeren Zuflüssen wurden zusätzlich von den nationalen Teams durchgeführt.

Im Fischteam des JDS 2 war Österreich mit 2 Teilnehmern vertreten: DI Dr. Christian Wiesner, Universität für Bodenkultur in Wien und Mag. Nikolaus Schotzko vom Bundesamt für Wasserwirtschaft. Das internationale Team bestand weiters aus Dr. Jaroslav Cerny von der Akademie der Wissenschaften der Slowakei, Dr. Gabor Guti (Ungarn) und Dr. Grigore Davideanu (Rumänien).

Inzwischen wurden alle fischbezogenen Daten in einer eigenen Fachdatenbank (DanuFishBase) am Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde zusammengeführt und ausgewertet. Insgesamt wurden über 500 Streifen entlang der Donau und 150 in den Zuflüssen befischt. Der Gesamtfang betrug über 63.000 Individuen aus 71 verschiedenen Arten, davon 50 Arten der als ursprünglich geltenden Fischfauna der Donau. Derzeit laufen die Arbeiten an der Verfassung des Ergebnisberichtes, der im Sommer 2008 der Öffentlichkeit präsentiert werden wird.
Unabhängig davon werden die Fischdaten von der Donau im Rahmen eines EU-Projektes (EFI+) zur Entwicklung eines neuen europäischen Fischindex herangezogen, der nun auch große Flüsse und hydromorphologische Belastungen abdecken soll.

 

JDS - Tagebuch (N. Schotzko)

JDS Logbuch (ICPDR)

 
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